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Fr 22–03–19

Woog Riots

128qm Konzert

Support: Accattone
Ab 21 Uhr
Eintritt 10 EURO (VVK zzgl. Gebühren)

Die Revolution kann überall ihren Ausgang nehmen. Zum Beispiel in Darmstadt. Und sie muss, ja sie darf nicht nach Hochglanz klingen. Die Revolution muss rhythmisch scheppern, melodisch brodeln, rau euphorisieren. 15 Jahre nach Bandgründung steht der Name Woog Riots mehr denn je für höchst einfallsreiche wie eingängige Popsongs. Deren Lo-Fi-Sound und Lyrik besitzen eine aufrührerische und zugleich zutiefst menschliche Qualität. Und ganz nebenbei zeigen Silvana Battisti und Marc Herbert, das charismatische Mastermind-Paar hinter Woog Riots, dass sich Politik und Privates, Kunst und Haltung, Liebe und Revolution als Lebenskonzept kontrovers und humorvoll vereinen lassen. Ihr sechstes Album „Cut-up and Paste“ ist nicht weniger als ein tanzbarer Appell, unsere irre Welt kritisch zu hinterfragen, verschiedenste Einflüsse zuzulassen sowie beherzt gegen Ausgrenzung und Ausbeutung aufzustehen. Ob Woog Riots nun in „People reading Marx“ den Gesellschaftskritiker lakonisch swingend ins La-La-Land überführt oder mit „To all you Racists“ einen Protestsong von schönstem Woody-Guthrie-Singalong-Charme erschafft. Auf „Cut-up and Paste“ kommt Woog Riots Leidenschaft für Kunst in voller Vielfalt zum Ausdruck.

Der Albumtitel ist inspiriert von der Arbeitsweise des Künstlers Basquiat. „Wir nehmen vorhandene Schnipsel der Musikgeschichte und interpretieren sie komplett anders, ähnlich wie im Hiphop, nur dass wir nichts samplen, sondern alles neu machen“, erklären Silvana und Marc. So entstehen Electro-Pop- Collagen, deren Catchyness in der unperfekten Schönheit liegt, in den frei schnurrenden Melodien, im verspielten Minimalismus. Garagen-Glam zwischen Bubblegum und Kraftwerk. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Sequenzer und Sounds aus dem Computer, aber auch Instrumente wie Stylophone, Otamatone, Omnichord und singende Säge sowie mehrstimmiger Gesang bilden den Klang des autark wie autodidaktisch agierenden Duos. Mit den im Wohnzimmer aufgenommenen Songs ging es ins Iron-Bar-Studio von Lolo Blümler für Post-Produktion und finalen Mix, verstärkt durch Techno-Musiker und Produzent Jörn Elling Wuttke (Alter Ego, Sensorama, Acid Jesus). „Cut-up and Paste“ erscheint auf dem 2013 von Woog Riots gegründeten Label From Lo-Fi To Disco! Woog Riots‘ Lieder sind meilenweit entfernt vom Popkonsenseinerlei: „Marc ist Soziologe und Silvana Betriebsrätin. Daraus ergeben sich zwangsläufig auch Themen für unsere Songs. Wir möchten, dass den Hörerinnen und Hörern unser Standpunkt klar wird. So besteht nicht die Gefahr, auf einer rechten oder neo-liberalen Veranstaltung als Einlaufmusik gespielt zu werden.“